Zum Inhalt springen

Besuch der Jugendstrafanstalt Plötzensee

|   Local

Einen Einblick in eine Jugendstrafanstalt gewinnt man nicht alle Tage..

Die Stimmung unter den 15 Teilnehmern war locker: zusammen mit ihrer Beirätin Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn besuchte ELSA-Greifswald am 8.12.2017 die Jugendstrafanstalt Berlin Plötzensee. Nach der Ankunft vor Ort und umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern erschien das Vorhaben allerdings etwas unwirklich. Zunächst wurden die Identitäten der Teilnehmer festgestellt, die ihre Handys und andere Wertgegenstände wegschließen mussten. Im Anschluss daran berichtete Janina Deiniger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der JSA, über das Leben in der Anstalt. Besonders verdeutlicht wurde den Jurastudenten der Erziehungsauftrag in einem Gefängnis für Jugendliche. Eine Vielzahl an pädagogischen Maßnahmen in Form von Ausbildungs- und Freizeitmöglichkeiten wird den Gefangenen angeboten, um ihnen Perspektiven außerhalb der Kriminalität zu eröffnen. Die straffälligen Jugendlichen stammen überwiegend aus schwierigen Verhältnissen, verbunden mit einem niedrigen Bildungsniveau.

Nach dem Vortrag begann ein Rundgang. Im Innenhof begegneten den Teilnehmern Gefangene, die ihreStunde Freigang zum gemeinsamen Fußballspielen nutzten. Die beiden Gruppen beobachteten sich neugierig. Zugleich breitete sich unter den Teilnehmern aber auch ein Gefühl von Scheu und Zurückhaltung aus. Im Haus mit Drogenfachbereich, das Gefangene in Drogentherapie unterstützt, traf die Gruppe auf zwei Gefangene. Sie führten die Teilnehmer umher und zeigten ihnen bspw. die Besucherräume, ihre Zellen und die Gemeinschaftsräume. Die jungen Männer sprachen über das Unwohlsein bei Besuchen der Familie, wenn Angehörige sie dann als Gefangene sehen, die Länge ihrer Haftstrafen, sowie die Ungewissheit und Bedenken, wenn dann doch die Freiheit näher rückt. Die Straffälligen waren kommunikativ, sehr nett und beantworteten offen alle Fragen. Beide wollen nicht erneut in einem Gefängnis einsitzen. Zu hoffen bleibt, dass die Resozialisierung gelingt und sie dies wahrmachen können. Der Rundgang war damit beendet und es ging wieder zurück in die “Freiheit”.

Gemeinsam mit Prof. Drenkhahn werteten die Jurastudenten ihre Eindrücke bei gutem indischen Essen aus, bevor es nach diesem aufschlussreichen Tag zurück in die Heimat ging. Am Ende hat dieser Besuch verdeutlicht, dass jeder dieser Straftäter eine neue Chance verdient. Um der Kriminalität im Erwachsenenalter zu entgehen, ist die Arbeit in einer Jugendstrafanstalt besonders bedeutsam und verdient größten Respekt.

 

Diesen Artikel gibt es auch zum Nachlesen in der JuS 02/2018

Zurück